CMS Auswahl: SUTSCHE begleitet Sartorius durch gesamtes Webprojekt
Um die Anforderungen hinsichtlich Digitalisierung und die Auswahl des richtigen CMS aufeinander abzustimmen, hat Sartorius auf SUTSCHE vertraut.
Medizintechnik
Endress+Hauser ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen mit Fokus auf Mess- und Automatisierungstechnik für industrielle und labortechnische Prozesse. Mit über 18.000 Mitarbeitenden in mehr als 125 Ländern und 36 Produktionsstandorten auf vier Kontinenten zählt das Unternehmen zu den etabliertesten Anbietern seiner Branche.
Das Portfolio umfasst mehr als 1.200 Produktfamilien – von Durchfluss-, Füllstand-, Druck- und Temperaturmesstechnik über Flüssigkeitsanalyse bis hin zu IIoT-Lösungen und industrieller Software. Kunden aus Branchen wie Chemie, Life Sciences, Lebensmittel & Getränke, Öl & Gas sowie Wasser- und Energiewirtschaft profitieren dabei nicht nur von der Messtechnik selbst, sondern auch von branchenspezifischem Know-how, Projektmanagement und Serviceleistungen.
Endress+Hauser betreibt mit seiner Website eine zentrale digitale Plattform, die eine Schlüsselrolle für Kundeninteraktion, Produktinformation und E-Commerce einnimmt. Die Plattform basiert auf einem komplexen Multiwebsite-Ansatz mit zahlreichen Länderinstanzen, Sprachen und integrierten Systemen wie PIM, CMS und weiteren Marketing-Technologien. Das aktuelle Content-Management-System ging „end of life” und könnte nicht mehr betrieben werden, daher hat sich Endress+Hauser für einen Auswahlprozess entschieden, um ein neues CMS zu finden.
Klare Grundprinzipien schaffen Orientierung und machen komplexe Entscheidungen nachvollziehbar. Sie dienen als verbindlicher Rahmen und sorgen für Konsistenz über den gesamten Projektverlauf hinweg.
Verbindlicher Entscheidungsrahmen: Alle Entscheidungen basieren auf zuvor definierten Prinzipien
Transparenz & Nachvollziehbarkeit: Entscheidungen lassen sich jederzeit auf klare Leitlinien zurückführen
Gemeinsam definiert: Prinzipien werden frühzeitig mit allen relevanten Stakeholdern abgestimmt
Konsistenz im Projektverlauf: Einheitliche Bewertungskriterien verhindern Ad-hoc-Entscheidungen
Neue Arbeitsweise: Stärkt Struktur, Vertrauen und Klarheit – insbesondere in komplexen Projekten
Das Projekt hatte zum Ziel, eine solide Grundlage für Entscheidungen zur künftigen Ausrichtung des WCMS zu schaffen und konkrete Möglichkeiten zur Optimierung zu erkennen. Dabei stand nicht nur die Bewertung der bestehenden Lösung im Fokus, sondern auch der strukturierte Vergleich relevanter Marktalternativen.
Auslöser waren konkrete Herausforderungen im laufenden Betrieb: Eine hohe Anzahl an Templates, eingeschränkte Flexibilität in der Content-Erstellung sowie aufwendige, teilweise manuelle Prozesse boten Optimierungspotenzial mit Blick auf die Effizienz. Auch bei einfachen redaktionellen Anpassungen war oft die Einbindung von IT-Ressourcen erforderlich – ein Aspekt, der bei der Skalierung und Weiterentwicklung der Plattform zusätzlichen Abstimmungsaufwand bedeutete.
Zentrale Rahmenbedingungen des Projektes:
Unterstützung eines internationalen Multi-Market-Setups mit hoher sprachlicher und struktureller Komplexität
Integration in eine bestehende, gewachsene Systemlandschaft mit zahlreichen Schnittstellen
Berücksichtigung agiler Organisationsstrukturen mit cross-funktionalen Teams
Sicherstellung von Skalierbarkeit, Performance und Zukunftsfähigkeit
Zur fundierten Bewertung wurden umfangreiche Anforderungen erhoben und in verschiedenen Dimensionen strukturiert, darunter funktionale, technische sowie organisatorische Kriterien.
Von der Inspiration zur strukturierten Systemauswahl
Das Projekt startete mit einem Inspirationsworkshop. Ziel war es zunächst, ein gemeinsames Bild vom Markt zu entwickeln: Was ist am Markt aktuell möglich? Was ist passiert – etwa in Bezug auf Headless CMS, Hybrid-Headless-Ansätze und verwandte Architekturkonzepte? Erst anschließend an den Workshop ging es über die CMS-Auswahl.
Grundprinzipien als Entscheidungsrahmen
Vor Beginn des eigentlichen Projektes war eine weitere Komponente die Festlegung von Grundprinzipien – sowohl für die Systemauswahl als auch für die Durchführung des Projektes. Diese Prinzipien wurden gemeinsam mit dem Kunden definiert und dienten im weiteren Verlauf als nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage: Jede getroffene Entscheidung ließ sich auf ein vorab vereinbartes Prinzip zurückführen. Für Endress+Hauser stellte dieser Ansatz eine neue Arbeitsweise dar, die Transparenz und Nachvollziehbarkeit deutlich stärkte.
Inhouse-Agentur als besonderer Einflussfaktor
Endress+Hauser verfügt über interne Entwicklungskapazitäten in Form einer Inhouse-Agentur – eine Stärke, die sich auch positiv auf den Auswahlprozess ausgewirkt hat: Anders als bei Projekten, in denen ein externer Implementierungspartner die gesamte Umsetzung übernimmt, konnte das interne Team die Systemwahl aktiv und kompetent mitgestalten. Dies ermöglichte einen besonders fundierten Informationsaustausch und eine vertiefte, eigenständige Auseinandersetzung mit den einzelnen Lösungen.
SUTSCHE hat die Aufgabe und die Verantwortung übernommen, Endress+Hauser durch den Auswahlprozess zu führen, von der CMS-Bewertung über einen geordneten RFI Prozess und Hersteller Pitches bis zu einem Proof of Concept. Ausgangspunkt bildete eine detaillierte Analyse der bestehenden Systemlandschaft sowie der aktuellen Prozesse. Auf dieser Grundlage wurden die Anforderungen aus Sicht des Unternehmens und der IT in Workshops erfasst und priorisiert.
Im Rahmen eines nachgelagerten Workshops wurde außerdem erarbeitet, wie der Redaktionsprozess und die Content-Verteilung in verschiedenen Märkten künftig aussehen könnten. Die Frage adäquater Übersetzungsabläufe nahm hierbei ebenfalls eine zentrale Stellung ein.
Ein klar strukturierter Content-Prozess sorgt für Konsistenz, Skalierbarkeit und Effizienz in internationalen Organisationen. Durch die Trennung von „Must-have“ und „Nice-to-have“ Content wird gesteuert, was zentral vorgegeben und was lokal adaptiert werden darf.
Zentrale Steuerung: Must-have Content wird global erstellt, übersetzt und per Push in alle Länder ausgerollt
Dezentrale Flexibilität: Nice-to-have Content wird über Pull-Prinzip von Ländern übernommen & kann angepasst werden
Content Master als Single Source: Alle Inhalte – global wie lokal – werden zentral verwaltet und versioniert
Transparenz & Governance: All-hands Meetings und monatliches Monitoring sorgen für Sichtbarkeit und kontinuierliche Optimierung
Klare Qualitätsstandards: Guidelines und hochwertige Übersetzungen sichern konsistente Content-Qualität
Strukturiertes Vorgehensmodell zur Marktevaluierung
Im weiteren Verlauf entwickelte SUTSCHE ein strukturiertes Vorgehensmodell für die Marktevaluierung. Ein zentrales Ziel dabei war es, Bauchgefühle in bewertbare, vergleichbare Strukturen zu überführen – das bedeutete, subjektive Einschätzungen in nachvollziehbare Zahlen und Kriterien zu übersetzen. Das Modell umfasste unter anderem:
Erstellung und Bewertung einer Longlist und Shortlist relevanter CMS-Anbieter
Konzeption und Moderation von Vendor-Pitches inklusive Bewertungslogik
Vergleichende Analyse der Systeme entlang definierter Kriterien
Durch dieses methodische Vorgehen konnten eine hohe Transparenz und eine hohe Vergleichbarkeit der Lösungen sichergestellt werden.
Proof of Concept (POC) in drei Dimensionen
Ein besonderes Merkmal des Projektes war die Durchführung differenzierter Proof-of-Concept-Phasen, unterteilt in:
Editor-POC: Bewertung der redaktionellen Nutzbarkeit aus Sicht der Content-Teams
Tech-POC: Unterteilung in QA, Developer-POC (Developer Training / kleine Schulungseinheit) sowie Performance-Tests
Customer Session: Gespräche mit bestehenden Kunden der potenziellen neuen Systeme – nach dem Prinzip "Was man bei jedem anderen Kauf selbstverständlich macht, warum nicht auch beim CMS?" Leitfragen waren dabei: Wie kommt ihr mit dem System klar? Was würdet ihr anders machen? Wie lief das Projekt?
Ergebnisse
Im Ergebnis erhielt Endress+Hauser eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die Weiterentwicklung der CMS-Landschaft. Gleichzeitig wurden konkrete Handlungsfelder identifiziert, etwa zur Reduktion von Komplexität, zur Verbesserung von Content-Prozessen sowie zur Stärkung der redaktionellen Unabhängigkeit. Diese Ergebnisse bilden die Basis für eine nachhaltige Weiterentwicklung der digitalen Plattform und unterstützen die langfristige Digitalstrategie des Unternehmens.
„SUTSCHE hat uns mit einem klar strukturierten Vorgehen und fundierter Marktkenntnis dabei unterstützt, die Komplexität unserer CMS-Landschaft zu durchdringen und eine tragfähige Entscheidungsgrundlage zu schaffen.“